VEMAGS Release 7.5 — der Praxisleitfaden
VEMAGS — das VErfahrensMAnagement für Großraum- und Schwertransporte der 16 Bundesländer und des Bundes — wickelt heute über 90 % aller §29- und §46-StVO-Genehmigungen in Deutschland ab. Die produktive Inbetriebnahme von Release 7.5 ist für den 11. August 2026 terminiert. Dieser Praxisleitfaden beschreibt, was sich konkret für Transportplaner, Disponenten und Antragsteller ändert — und was nicht.
Drei zentrale Änderungen
1. Elektronische Signatur — Sigille und Stempel entfallen
Bei elektronischer Entscheidungsausstellung über VEMAGS entfallen Unterschrift und Dienstsiegel. Die Genehmigung gilt rein digital als rechtsverbindlich. Praktische Konsequenzen:
- Disponenten benötigen keine Papierversion mehr — das PDF reicht für Polizei-Kontrollen.
- Fahrer führen die Genehmigung als PDF auf einem Tablet oder Smartphone mit.
- Archivierung wird schlanker — keine Papierordner mehr für jeden Großraum-Transport.
2. Maschinenlesbare Routendaten
Routendaten sollen bevorzugt als maschinenlesbare Geometriedaten übermittelt werden — entweder über das integrierte Karten-Tool von VEMAGS oder über entsprechende Schnittstellen (API). Vorteile:
- Übertragungsfehler werden vermieden (keine Tippfehler in Straßennamen).
- Schnelle, teilweise automatisierte Bearbeitung wird möglich.
- Brückenkollisions- und Engstellen-Prüfungen können automatisiert ablaufen.
Disponenten sollten ihre Routen-Templates auf Geometriedaten umstellen, statt sie als Freitext-Beschreibungen einzugeben.
3. Schnellere Entscheidungen
Die Kombination aus elektronischer Signatur und automatisierter Routenvalidierung soll die Bearbeitungszeit signifikant verkürzen. Die Verkehrsrundschau berichtet 2026 von durchschnittlich mehreren Wochen Wartezeit auf §46-Genehmigungen — Release 7.5 verspricht eine spürbare Reduktion, ohne konkrete Zielzahlen zu nennen.
Was sich nicht ändert
- BF3/BF4-Begleitfahrzeug-Schwellen — die RGST-Richtlinie 2026 definiert die Vorgaben weiterhin nach Breite, Länge und Gewicht.
- Mehr-Bundesländer-Routen — jede Landesbehörde stellt weiterhin ihre eigene Genehmigung aus; VEMAGS koordiniert, aber konsolidiert nicht.
- Polizei-Eskorten (BF4) — die Koordination mit der Bundes- oder Landespolizei läuft nach wie vor außerhalb von VEMAGS.
- Sonn- und Feiertagsfahrverbot — Ausnahmen bleiben Einzelfall-Anträge.
Aktionspunkte für Speditionen
- Routen-Templates überarbeiten — Freitext-Beschreibungen in VEMAGS-kompatible Geometrie umstellen. Karten-Tool oder API-Integration ab Juni 2026 testen.
- Disposition briefen — Disponenten und Fahrer auf das neue elektronische Format vorbereiten. Schulungen vor August 2026 einplanen.
- Dauergenehmigungen prüfen — für wiederkehrende Korridore lohnt sich nach Release 7.5 eine allgemeine §29-Erlaubnis, da Folgeanträge schneller bearbeitet werden.
- Archiv-Strategie anpassen — PDF-Genehmigungen rechtskonform archivieren (10 Jahre, GoBD-konform).
Wer steht hinter VEMAGS?
VEMAGS ist ein bundesweit einheitliches Verfahren, betrieben von den 16 Bundesländern und dem Bund gemeinsam. Es ersetzt Papier- und Fax-Anträge — vor VEMAGS war jede Landesbehörde ein eigener Bearbeitungspfad. Die Plattform wird kontinuierlich weiterentwickelt; Release 7.5 ist der größte Schritt seit Einführung der vollständigen Online-Abwicklung.
InterCar Logistik — wir übernehmen den Schritt für Sie
Für unsere Kunden bedeutet Release 7.5 keinen Aufwand. Wir haben unsere Genehmigungs-Desks bereits auf die neue Geometrie-API umgestellt, schulen unsere Disposition vor August 2026 und liefern Genehmigungen rein digital aus. Egal ob ein einzelner Bagger-Transport oder ein mehrteiliges Project Cargo — Sie bekommen die fertige Genehmigung, wir kümmern uns um den Rest.
Weiterführende Artikel: Schwertransport in Deutschland — §29 und §46 StVO, Convoi exceptionnel in Frankreich.