Schwertransport in Deutschland — Genehmigung 2026
Großraum- und Schwertransporte sind in Deutschland genehmigungsintensive Disziplinen. Dieser Praxisleitfaden 2026 erklärt, wann ein §29 StVO genügt, wann eine §46 StVO Ausnahmegenehmigung nötig ist, wann BF3 oder BF4 Begleitfahrzeuge vorgeschrieben sind und wie sich Vorlaufzeiten realistisch planen lassen.
§29 StVO — Erlaubnis für Großraum- und Schwertransporte
Eine §29 StVO Erlaubnis gilt für Transporte, die zwar die Standardabmessungen oder das zulässige Gesamtgewicht überschreiten, sich aber noch im Rahmen der StVZO bewegen. Sie wird vom Landesbetrieb des betroffenen Bundeslandes ausgestellt — bei Mehr-Bundesländer-Routen sind mehrere parallele Genehmigungen nötig.
§46 StVO — Ausnahmegenehmigung
Wenn das Transportvorhaben die StVZO-Grenzen überschreitet, ist eine §46 StVO Ausnahmegenehmigung erforderlich. Sie wird auf Einzelfallbasis erteilt und kann mit Auflagen verbunden sein: Routenfestlegung, Zeitfenster (oft Nachtfahrten), Begleitung, Geschwindigkeitsbeschränkungen.
BF3 oder BF4?
- BF3: privates Begleitfahrzeug mit rundum drehender Kennleuchte für mittelgroße Transporte.
- BF4: polizeilich autorisiertes Begleitfahrzeug mit Anhaltebefugnis — für die breitesten Transporte und Konvois oberhalb definierter Schwellen.
Bei Breiten über 4 m wird in der Regel mindestens BF3 nötig; über 4,5 m kommt BF4 hinzu. Die Richtlinie RGST definiert die Schwellen genau.
Vorlaufzeiten 2026
- Standard-§29 Einzelland: 5–10 Werktage
- Mehrländer-Route: 10–15 Werktage (jedes Land separat)
- §46 StVO Ausnahmegenehmigung: 2–6 Wochen
- BF4-Polizei-Koordination: +1–2 Wochen
Antragsunterlagen
- Technisches Datenblatt: Maße, Gewicht, Achslasten, Schwerpunkt, Befestigungspunkte.
- Routenvorschlag mit Brückenliste und Engstellen-Analyse.
- Fahrzeugscheine von Zugmaschine und Auflieger.
- Versicherungsnachweis (Transport- und Haftpflichtversicherung).
- Verladekonzept und Zurrgurt-Spezifikation.
Sonn- und Feiertagsfahrverbot
Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt für Lkw über 7,5 t. Für Großraum- und Schwertransporte sind Ausnahmen möglich, müssen aber in der §29- oder §46-Genehmigung explizit ausgewiesen sein.
Länderübergreifende Transporte
Bei einem Transport von Deutschland nach Frankreich überschneiden sich §29/§46 StVO mit dem französischen „convoi exceptionnel" (Kategorien 1 bis 3). Niederlande: RDW-ontheffing pro Route. UK: Special Types General Order. InterCar Logistik koordiniert alle Länder auf einem Transportauftrag.
Typische Anwendungsfälle
- 25-Tonnen-Bagger zwischen zwei Baustellen Hamburg ↔ Berlin: §29 StVO, Semi-Tieflader, 7 Werktage.
- Mähdrescher mit 4,8 m Breite: §29 StVO mit BF3-Begleitung, 10 Werktage.
- Windkraft-Sub-Baugruppe (Länge 45 m): §46 StVO mit BF4-Polizei-Eskorte, 4–6 Wochen.
- Maschinen-Auktionsabholung: §29 StVO, 5 Werktage.
Praxistipps
- Technisches Briefing vollständig einreichen — unvollständige Anträge werden zurückgesendet.
- Brückenliste auf der vorgesehenen Route vorab prüfen.
- Für wiederkehrende Transporte: Dauergenehmigung beantragen.
- BF3-Begleitkosten kalkulieren: 450–900 € pro Tag.
InterCar Logistik — Genehmigungs-Desk inklusive
Wir übernehmen die §29-/§46-Anträge, die BF3/BF4-Disposition und die polizeiliche Koordination intern — ohne Aufpreis auf Standardkorridoren. Siehe Schwertransport Deutschland.
Weiterführende Artikel: Convoi exceptionnel in Frankreich.